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Lernen Sie Mariano García kennen, technischer Direktor von Bodegas Aalto

Mariano García, director técnico de Bodegas Aalto

Mariano García, der Meister des Duero, kennt die Trauben, Weinberge und Weingüter von Kastilien und León ganz genau. Mit der Erfahrung von mehr als 50 Weinlesen in legendären Weingütern wie Aalto, Vega Sicilia oder Mauro ist sein Beitrag zum Prestige der Weine aus der Ribera del Duero unbestreitbar. Als Schöpfer einiger der meist geschätzten Weine der Welt braucht er mit seinem Wissen nicht hinterm Berg zu halten, um sich interessant zu machen. Mariano ist sehr großzügig mit seinem Wissen. Dazu hier der Beweis.

Die Ursprünge der Weinherstellung wurden Ihnen in die Wiege gelegt. Ihr Vater war als Leiter bei Vega Sicilia verantwortlich. Was ist Ihre erste Erinnerung in Bezug auf Wein?

In Valbuena de Duero, der Weinregion schlechthin, und in einer Umgebung wie Vega Sicilia geboren zu werden, ist natürlich prägend. Der Weinberg und der Wein gehörten zum Alltag in der Umgebung, in der ich aufgewachsen bin. Mein Großvater Mariano war Verwalter bei Vega Sicilia und mein Vater Mauro Leiter des Weinguts, und durch beide wurde unsere Erziehung in Bezug auf Weinbau geprägt. Eine der ersten Erinnerungen ist möglicherweise die Flasche Wein, die wir am Tisch zusammen tranken, als mein Vater von den Weinbergen nach Hause kam.

Wie würden Sie als Escuela de la Vid y el Vino de Madrid (Schüler der Reb- und Weinschule in Madrid) in den 60er Jahren die Grundlagen definieren, die damals gelehrt wurden? Worin liegt Ihrer Meinung nach der Hauptunterschied zu dem, was heute unterrichtet wird?

Als ich mein Studium an der Reb- und Weinschule absolvierte, befanden wir uns am Höhepunkte technischer Innovationen, der neuen Richtlinien für Filtration und Klärung und andere Trends, die eher kurativ als präventiv waren, im Gegensatz zu den Entwicklungen, die sich später abgezeichnet haben. Es war der Boom an Neuheiten bei Verfahren und Eingriffen im Weinkeller. Früher war der Weinberg weniger wichtig und der Önologe wurde eher als Chemiker betrachtet. Nach diesem technologischen Boom und dem Sprung in die moderne Weinindustrie zischen 1985 und 1990 bekam die Önologie ein anderes Gesicht. Aktuelle Trends konzentrieren sich darauf, weniger einzugreifen und die Integrität des Weins zu bewahren.

Ihre erste Ernte bei Vega Sicilia war im Jahr 1968. Dort verstanden Sie es als technischer Direktor 30 Jahre lang, wie man das Markenzeichen eines spanischen Weinguts, das als eines der besten der Welt anerkannt ist, bewahrt und verbessert. Wie schafft man es, mit etwas so Veränderlichem wie Wein, auf der Bühne zu bleiben?

Vega Sicilia war ein Wein mit einer eigenen Persönlichkeit. Ich habe versucht, diesen Stil der Vega Sicilia beizubehalten und gleichzeitig sehr klassische, eventuell zu klassische Konzepte zu aktualisieren. Denn es war wichtig, sie an die Zeit anzupassen, wie zum Beispiel bei der Fassalterung, die übermäßig lang war. Man kann die Essenz bewahren, aber die Uhr tickt und die Welt des Weins führt ständig zu bestimmten Neuerungen, die man umsetzen muss.

Im Jahr 1999 haben Sie beschlossen, ein eigenes Projekt zu starten und gemeinsam mit Javier Zaccagnini gründeten Sie Bodegas AALTO. Was hat Sie verlasst, ein so sicheres und prestigeträchtiges Projekt wie Vega Sicilia zu verlassen und den Mut zu haben, sich auf Ihr eigenes Abenteuer einzulassen?

Die Tatsache, nicht mehr bei Vega Sicilia zu sein, ermöglichte es mir, mich in ein aufregendes, attraktives Projekt zu stürzen, das von Grund auf neu aufgebaut wurde. In ihm konnte ich mich darauf konzentrieren, jeden Weinberg sowie den Stil und die Persönlichkeit der Weine sorgfältig auszuwählen.

Über den Ursprung des Namens Aalto wurde viel gesprochen. Einerseits soll er vom Namen des finnischen Architekten Alvar Aalto inspiriert sein, andererseits soll das Doppel-A als kommerzielle Strategie gesetzt worden sein, um Ihnen den ersten Platz in den Weinführern, oder anderen Gegebenheiten mit alphabetischer Reihenfolge, zu garantieren. Was von alle dem ist wahr?

Die Idee des Namens kam von Javier Zaccagnini, der vorschlug, dass das Weingut an erster Stelle also „en alto“ (oben) stehen müsse, daher der Name Aalto, dem wir das doppelte „a“ hinzufügten, so dass es auch alphabetisch sortiert an oberster Stelle stehen würde.

Die Weinbereitung getrennt nach Parzellen, Priorisierung der Eigenschaften, Begrenzung der Erträge… Praktiken, die heutzutage normal sind, wurden anfangs mit einer gewissen Gleichgültigkeit oder sogar Argwohn betrachtet. Glauben Sie in dieser Hinsicht, dass es eine echte Weinrevolution gegeben hat? Oder glauben Sie, dass es immer noch viel zu ändern gibt?

Es ist unbestritten, dass jede Parzelle ihre eigene Persönlichkeit hat, die sich aus bestimmten Besonderheiten ergibt, welche das Terroir kennzeichnen: unter anderem sind das die Ausrichtung, die Steigung, die Art des Bodens, die Höhenlage und das Alter des Weinbergs. Diese Gegebenheiten prägen die Unterschiede, die sich in der Reifephase und im Charakter eines Weins widerspiegeln. Ich habe mich immer für die Herstellung nach Parzellen eingesetzt, auch wenn es mühsamer ist, denn für mich ist es wichtig, den Ausdruck zu bewahren, den jedes Gebiet, jeder Weinberg, jedes Terroir kennzeichnet. In der Tat sind bei dieser Art der Herstellung Weine entstanden, die wir mit sehr speziell ausgewählten Parzellen ausarbeiten, wie es bei Terreus und Mauro VS in den Bodegas Mauro und bei Cartago in San Román der Fall ist.

Voll im Trend liegen leichte Rotweine und die lieblichen, alkoholarmen Ausarbeitungen erfreuen sich einer großen Anhängerschaft. Welche Vorteile haben diese Weine?

Wenn man einen Wein ausarbeitet, denkt man nicht daran, ihm einen gewissen Alkoholgehalt zu verleihen, denn es gibt andere Umstände, die nicht vom Hersteller abhängen, die das bestimmen: unter anderem die Region, die Sorte, die Gegebenheiten des Jahrgangs und der Reifegrad. Das Wesentliche ist, großartige Weine mit der Prägung jedes einzelnen zu erhalten, immer ausgehend von einem hochwertigen Rohstoff, der respektiert und gepflegt wird, wobei man nicht versuchen sollte, immer bis zum Äußersten zu gehen.

Bei Bodegas Aalto stellen Sie zwei Weine her, Aalto und Aalto PS. Besteht die Möglichkeit eines dritten Nachkommen?

Bei Aalto sind wir seit einigen Jahren in der Testphase für einen Weißwein der Sorte Verdejo, der in Kürze auf den Markt kommen wird.

Aalto XX Aniversario ist eine besondere, symbolträchtige und sehr limitierte Ausgabe von Aalto zum Gedenken an sein 20-jähriges Bestehen. Sie können diesen bei Decántalo erwerben, solange der Vorrat reicht. Entdecken Sie die Eigenschaften eines einmaligen und symbolträchtigen Weines.“

Ein weiteres Ihrer Projekte im Duero ist Mauro; ein Abenteuer, bei dem Sie es geschafft haben, einen Wein ohne Ursprungsbezeichnung auf dem Markt zu positionieren, der dem Niveau der großartigen Weine der Ribera ebenbürtig ist. Was halten Sie vom derzeitigen Stand der Regulierungsräte? Sind Sie der Meinung, dass diese erneuert werden oder aber vom Markt verschwinden sollten?

Die Regulierungsräte spielten am Anfang eine grundlegende Rolle, indem sie die gemeinsamen Spielregeln festlegten und eine Karte von anerkannter Qualität konfigurierten. Auf ihrem Weg haben sie es geschafft, die Produktionsbereiche auf den Märkten zu positionieren und so zur Förderung der Ursprungsbezeichnungen und ihrer Weine beizutragen. Aber die Zeiten ändern sich. Heute sind es die Weingüter selbst, die ihren Betrieb in verschiedenen Aspekten regeln. Die Regulierungsräte müssen ihren Blick erweitern, mehr Freiheit bieten, insbesondere die Herkunft regulieren und Weingüter bei der Förderung und Beratung unterstützen, ohne jedoch zu vergessen, dass Weingüter ihre Persönlichkeit, ihren Stil und eine Vorgehensweise haben, die sich aus ihrer eigenen Vorstellung von sich selbst ergibt. Regulierungsräte sollten diese Fülle an Vielfalt nicht einschränken. Sie müssen das Wesen der kontinuierlichen Erneuerung verkörpern, das von den Weingütern in einem gemeinsamen Gebiet ausgeht.

Mit Ihren Söhnen Alberto und Eduardo haben Sie auch ein Weinbauprojekt in El Bierzo mit Godello- und Mencía-Weinbergen gestartet. Wie läuft denn die Arbeit mit der Familie? Gibt es Generationskonflikte? Wie entwickelt sich die neue Generation der Familie García?

Aus den weißen Trauben stellen wir seit 2013 in der Bodegas Mauro den Wein Mauro Godello her. Und wir schließen nicht aus, dass mit dieser Mencía irgendwann unter dem Dach der Familie ein Rotwein hergestellt wird. Meine Söhne Eduardo und Alberto nehmen die Nachfolge in meinen Projekten an. Sie garantieren Stabilität und Zukunft, die Erweiterung mit neuen Herausforderungen wie Garmón Continental, dem dritten Weingut der Familie im Herzen der Ribera de Duero. Sie wurden in die Welt des Weins hineingeboren und haben unsere Philosophie angenommen. Es ist befriedigend zu sehen, dass sie sich mit solch einer Leidenschaft, Hingabe und Kenntnis der Welt des Weins widmen.

Die Neugier hat Sie in Gebiete jenseits des Duero geführt, wie Rioja und El Bierzo. Haben Sie darüber nachgedacht, sich in einer anderen spanischen Weinregion niederzulassen? Oder im Ausland?

Alles zu seiner Zeit. Momentan beschäftigen wir uns intensiv damit, den Grundstein unseres jüngsten Projekts in Baños de Ebro, La Rioja zu legen. Es sind keine Ausflüge ins Ausland geplant, aber wenn ich einer Spinnerei folgen würde… Ich war schon immer begeistert von den Weißweinen aus dem Burgund.

Es ist klar, dass Wein für Sie mehr als ein Beruf ist, er ist pure Leidenschaft. Aber abgesehen vom Weinberg, womit verbringen Sie Ihre Freizeit? Irgendwelche Hobbys, die Sie begeistern?

Meine hauptsächliche Leidenschaft sind Reisen und Gastronomie, was für mich eng miteinander und mit der Welt des Weins verbunden ist. Beide Leidenschaften ermöglichen es mir, verschiedene Weine zu verkosten, andere Visionen der Weinwelt und natürlich andere Aromen und Geschmacksrichtungen und andere Kulturen kennenzulernen.

In Anbetracht dessen, dass Sie der Schöpfer einiger der besten Weine sind, die in Spanien hergestellt wurden, auf welchen sind Sie ganz besonders Stolz?

Das Projekt San Román war besonders spannend, eine echte Herausforderung. Als ich 1994 in Toro ankam, auf der Suche nach Weinbergen, wurden die meisten Trauben an andere Gebiete verkauft und dort wurden kaum Weine hergestellt. Es gab nur Bodegas Fariñas und zwei Genossenschaften, Morales und Toro, die standhielten. Diese Gegend geriet in Vergessenheit, da deren Weine nicht geschätzt wurden, als ungebührlich galten und Weinreben sogar ausgerissen wurden. Aber das Potenzial, das ich dort sah, war enorm und unbestreitbar. Deshalb habe ich mich eindeutig für diese Region entschieden, da ich den historischen Kontext dieser Weinberge kannte, die nicht von der Reblaus betroffen waren und deren Weine aufgrund ihrer Fähigkeit, dem Lauf der Zeit standzuhalten, ohne zu verderben, für die ersten transatlantischen Reisen von Christoph Kolumbus ausgewählt wurden. Das Terroir von Toro ist spektakulär: starke und gesunde Reben auf kargen Böden, die kaum unter dem gefürchteten Frühlingsfrost leiden und das Potenzial haben, Qualitätsweine zu produzieren. In diesem Zusammenhang mussten wir nur die Eleganz, die Feinheit, die in den Rotweinen aus Toro vorherrscht, zum Leuchten bringen und ihre althergebrachte Herzhaftigkeit bändigen. Im Jahr 1997 stellte ich den ersten Jahrgang meines ersten Weins in Toro her: San Román. Er war eine große Befriedigung. Ich habe eine große Zukunft für dieses Gebiet vorausgesagt, und es war aufregend, an der Revolution teilzunehmen, die seit den 1990er Jahren stattgefunden hat. Mit Ausarbeitungen von immenser Qualität, die den großen Weinen aus allen Gebiete der Welt in nichts nachstehen.

Und zum Schluss möchten wir wissen, welchen Wein Sie zuletzt probiert haben, der Sie begeistert hat?

Ohne Zweifel La Chapelle del 70 von Paul Jaboulet. Vor einigen Jahren entdeckte ich bei einem Besuch an der Rhône diesen Wein und war zutiefst überrascht. Ich hatte noch ein paar Flaschen und habe kürzlich eine davon geöffnet. Der Wein hat mich mit seiner Aufrichtigkeit und seinem Charakter berührt.

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