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Decántalo
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Ein Spaziergang bei Clos Mogador gemeinsam mit René Barbier Junior

10/02/2017 Bodegas

Am vergangenen Samstag um 12 Uhr mittags haben wir uns bei Clos Mogador (in Gratallops) mit René Barbier Jr. getroffen. Es ist einer dieser Besuche, der ein Kribbeln im Bauch hervorruft, denn seit unseren Anfängen in der Weinwelt war Clos Mogador eine feste Größe hinsichtlich der Bodega und des Weingebiets.

René kommt pünktlich und empfängt uns mit einem breiten Lächeln. Nach der Begrüßung bittet er uns in seinen Kleintransporter einzusteigen, um uns direkt zum Weinberg zu bringen.

Während er die Wege von Gratallops entlang fährt erklärt er uns die Familiengeschichte.
Von den Anfängen im Jahr 1979, in dem sein Vater in den Priorat kam; 1986 als Clos Mogador gegründet wurde; und das Jahr 1989, als man sich mit anderen Winzern zusammen tat, um die Region aufzuwerten. Sie pflanzten heimische Rebsorten, wie Garnacha und Cariñena. Trotzdem wurden auch Rebsorten, wie Syrah angepflanzt oder eine gewisse Rebsorte, die einen Strahlenden Wein hervorbringt, namens Cabernet Sauvignon. Sie nutzten Weinherstellungstechniken aus Bordeaux mit langen Mazerationen und Reifungen in 225-Liter-Fässern, um die Weine zu verfeinern. Im Laufe der Jahre haben die Ergebnisse die Vision des Priorat geprägt.

1999 begann Rene Barbier Jr. mit seinem Vater zusammenzuarbeiten. Stück für Stück hat er mit seinem Bruder gemeinsam die Vision des Weinberges von Clos Mogador geprägt und neue Produktionstechniken implementiert. Während er uns alles erklärt, wird einem klar, was Ihn antreibt: Weinberge zwischen Oliven und Mandelbäumen, eine hohe Biodiversität und die Überzeugung, dass die Polykultur die Zukunft sein wird.

Wir kommen am Weinberg an, der stärker der Hitze ausgesetzt ist, wo man gut erkennen kann, wie sich die Vegetation verändert. René erzählt uns von der Rebsorte Cariñera, die Ihn begeistert. Er beschreibt, wie es die Cariñera im Laufe der Jahre geschafft hat, sich an das extreme Terrain anzupassen.

Wir kommen bei Manyetes an, einem Weinberg, der auf drei verschiedenen Parzellen angepflanzt ist und hauptsächlich mit Cariñena und teilweise mit Garnachareben verschiedenen Alters bepflanzt ist. Es ist eine wunderschöne Finca, in der ein halbes Dutzend an Olivenbäumen in der Senke eines kleines Baches liegen.

Wir folgen dem geschlängelten Weg zu den Schieferhängen, wo die Bedingen extremer sind. Wir kommen zum nächsten Projekt, namens La Vinya Del Vuit. Im Jahr 2001 pflanzte er mit 8 Freunden drei Hektar an Cariñena an, von denen jährlich 2000 Flaschen Wein stammen.

Wir kommen an Weinbergen vorbei, die eine Art Amphitheater formen. Auf 24 Hektar  Schieferhängen begann einst sein Vater damit, seine Träume zu verwirklichen. René und sein Bruder arbeiten daran, den Boden wieder zu beleben und ein lebendige Vegetation zu erschaffen. Das Ziel ist es, die Kraft des Weinberges zu erhalten und durch die Vegetation dem Weinberg Feuchtigkeit zu verleihen. Eine gute Reifung und ein entsprechender Alkoholgehalt sollen sich nicht behindern, wobei es sich um eine Problematik handelt, die ziemlich oft im Priorat auftritt.

Auf dem Weg zurück kommen wir an einem Haus der selben Zone vorbei, in dem René viele Jahre mit seinen Eltern gewohnt, gespielt, gelernt und gearbeitet hat. Hier wächst heute Wein für den Clos.

Als wir in der Bodega ankamen, haben wir direkt die verschiedenen Weine von Clos Mogador, wie den Nelin 2016 probiert. René gefallen die Weißweine aus dem Priorat, sowie die großen Burgunderweine oder die aus der Rhone. Der Wein reift acht Monate im Fass und wird daraufhin in Edelstahlfässer umgefüllt, wo er verfeinert.

Manyentes kommt mit einfachem und ländlichem Charm daher. Dieser Cariñena wird in benutzten Eichenfässern verfeinert, wodurch ihm eine lange Lagerung ermöglicht wird.

Die Philosophie des Weines von Clos Mogador ist es, mit einem Wein die gesamte Finca und den Jahrgang zu versinnlichen. Die Rebsorten gären getrennt voneinander und es werden keine zusätzlichen Hefen oder Sulfite im Gärprozess hinzugefügt, damit sich der Wein frei entfalten kann. Es ist ein Wein, der alle Rebsorten vereint, die für seine Herstellung genutzt werden. Der Jahrgang 2016 ist konzentriert und entspricht dem typischen Stil des Priorat.

Wir betreten einen anderen Raum, indem er gemeinsam mit seiner Frau Sara Weine der Marke Partida Bellvisos herstellt. Fässer, Glasballons, Eichenfässer verschiedenster Größe und ein Menge an Tanks, in denen Jahr für Jahr experimentiert und verfeinert wird. Die Weine werden ohne jegliche önologische Zusätze produziert.

Nachdem wir den ganzen morgen bei Clos Mogador verbracht haben, verlängerten wir den Tag ein wenig bei Venus la Universal im Montsant. Gemeinsam mit Sara Pérez und einigen Freunden haben wir Weine probiert und gegessen.

Ein großartiger Tag, der bezeugt, dass mit dem selben Elan weitergearbeitet wird, wie es auch die vorherige Generation tat. Der Priorat mit seinen Weinen ist ein ganz besonderes Gebiet auf unserem Planeten.

Decántalo